Browser & Passwort

Mailen Sie mir Ihre Fragen & Beiträge: roland(at)buehs.com. Einige Dokumente sind geschützt: PW 28215

Donnerstag, 13. März 2014

Selbstbildnisse - verschiedene Gestaltungsideen







Aspekte zum Thema für praktische Arbeiten 

  • Das Gesicht als Ausdruck von Emotionen gepaart mit Überlegungen zur persönlichen Attraktivität. Das kann man gut als Bilderreihe mit verschiedenen Gesichtsausdrücken anfertigen.

  • Überdeckte Identität - man schminkt sich z.B. wie ein Warhol-Bild und fotografiert sich dann.



  • Thema Narzissmus - schon aus der griechischen Mythologie bekannt - man ist verliebt in sein eigenes Spiegelbild. Als Bild ein Shot over Shoulder oder eine Vorlage wie hier.


  • Das Spiegelbild als Ausdruck der Seele - hier werden Dinge sichtbar gemacht, die man sonst nicht sehen kann, manchmal mit mystischen Funktionen wie z.B. bei Dorian Gray, oder bei dem ganzen Vampirzeugs usw. Siehe dazu auch den Beitrag in diesem Blog zu Dr Jekyll & Mr Hyde.

  • Verschiedene Rollen spielen. Es gibt eine Reihe von Selbstporträts, in denen sich der Maler/Fotograf in zwei verschiedenen Rollen darstellt; interessant ist auch, wie welche Rolle die andere betrachtet.

  • Die Oberfläche (Haut) als kulturelle Signal - sie gibt Auskunft, ob man "kulturell gesund" ist (weiße, fleckenlose Haut) oder ungesund (andere Haut), eine Folge kultureller Traditionen des Abendlandes (berühmter Cartoon: Du schwarz! Ich weiß!) Lässt sich "leicht" erledigen mit Kosmetik-Programmen.

  • Malerei und Spiegel - die Malerei ist dem Spiegel überlegen, weil sie Dinge zeigen kann, die über der reinen Abbildfunktion des Spiegel liegen,  typisch ist das der zerbrochene Spiegel (kaputte Seele o.ä.). Hier z.B. auf einem zerschlagenen und liegenden Spiegel.


  • Das Bild als Illusion - zwischen Schein und sein wie z.B. bei Velasquez "Las Meninas" - was ist wirklich (der Maler spielt mit dem Betrachter). Eine ähnliche Aufgabe wäre: Selbstporträt ohne einsehbares Ergebnis - man sieht zwar den Maler/Fotografen beim Anfertigen eines Selbstporträts, nicht aber das Resultat; der Focus liegt hier also auf der Situation des sich selbst Porträtierens. 

  • Aus der psychologischen/interkulturellen Ecke gibts da aber noch einen interessanteren Ansatz. Wir sind eigentlich nicht in der Lage uns selbst mit unseren eigenen Denkwerkzeugen zu erkennen (siehe Gerhard Roth); die eigene Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit beruht vielmehr auf der Rückmeldung anderer Personen an uns selbst. Wir setzen uns da quasi unser Selbstbild aus diesen Facetten zusammen. Könnte man sich so ähnlich wie ein kubistisches Porträt vorstellen. Ähnliche Frage: Bin sich so wie meine Mutter und mein Vater? 

  • Ähnliche Frage: Bin ich so wie mein Bild? Zu diesem Thema gibt es viele Lösungen, wie z.B. dieses hier. Andere Lösung: Die Situation des photografischen Selbstporträts mit Digitalkamera. Das Bild zeigt, wie man sich die Kamera vors Gesicht hält; im Display erscheint aber ein ganz anderes Gesicht als das, auf das die Kamera gerichtet ist.

  • Ein andere interessanter Ansatz aus einer ähnlichen Ecke besagt, dass unsere Persönlichkeit nicht so geradlinig ist, wie wir uns selbst wahrnehmen. Das äußert sich z.B. darin, dass man in unterschiedlichen Rollen unterschiedliche Positionen einnimmt, weil man zu unterschiedlichen Positionen andere Interessen vertritt und man nur schwer andere Positionen als Alternative anerkennt (auch so eine Art analytischer Fotografie).

  • Tageszeiten. Das haben meine Schüler mal gemacht. Wie sehe ich morgens verschlafen aus, wie vormittags und wie abends - müde (nebenbei: die Mädchen haben festgestellt, dass man sich am besten um 11 Uhr fotografieren muss, da ist die Haut am glattesten).

  • Das Selbstbildnis als Fotograf: Der Betrachter blickt in unmittelbar in das Auge des Fotografen (oder auch nicht) und das Bildnis wird genau in dem Moment festgehalten, in dem es entsteht (quasi performativ) -  der mitgedachte Dritte kann dann auch Thema der Darstellung sein (ich als Fotograf).

  • Selbstporträt in anderen Zuständen, z.B. schlafend, schnell rennend, über Kopf hängend usw. Hier hat man keine definitive Kontrolle über Gesichtsausdrücke und erscheint anders.


  • Selbstporträt mit sich selbst als "Schatten" - kennen wir alle von Kelvin und Hobbes. Was passiert, wenn diese beiden Seiten der gleichen Person umeinander treffen? Bill Watterson hat hier viele interessante Ideen.


  • Fotografische Selbstporträts ohne Kamera - im Vordergrund steht die Pose. Hier kann man beliebige Posen wählen, wichtig ist nur, dass man möglichst still steht (so wie in den guten alten Zeiten). Der Trick funktioniert nur über Programme wie Photoshop - man macht mehrere Aufnahmen, legt diese übereinander und löscht die unpassenden Teile aus den Ebenen (siehe auch in diesem Blog); dann kann man sich mehr auf Posen konzentrieren.  Beschrieben unter http://www.expertphotography.com/hidden-camera-mirror-photo-trick-photoshop/
  • Spiele mit dem Spiegel (das ist quasi eine Art analytischer Fotografie). Kann man sich ansehen unter: http://www.flickr.com/photos/laurawilliams_x/
  • Selbstbildnisse, auf denen Körperteile substituiert werden. Beispiel. So kann man (ähnlich wie bei einem Archimboldo-Porträt) den ganzen Kopf durch eine Melone ersetzen wie im Beispiel.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentieren ...?