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Samstag, 10. August 2013

Cindy Sherman Projekt

Die Schüler haben die von mir überarbeitete Auszüge aus dem Buch

Cindy Sherman - History Portraits: Christa Döttinger 2012

gelesen und dazu Fragen beantwortet. So eine Art gemeinsamer Studienarbeit.

Die beantworteten Fragen wurden an das Blog geschickt und dienten als Unterlage und als Vorbereitung auf eine Klausur

Die Ergebnisse (waren bisher in einem separaten Blog)

Thema Andy Warhol und CS


Gestellte Fragen und ihre Antworten

1. Welche Bedeutung weist Warhol den schauspielerischen Qualitäten Cindy Shermans zu?
  • Zitat: ,, She’s good enough to be a real actress‘‘
  • Die schauspielerischen Qualitäten schienen nicht der springende Punkt ihrer Bilder zu sein
  • Die Schauspielkunst ist über die Art der Performance der einzige Weg für Frauen um mit Männern gleichzuziehen




2. Welche besonderen Interessen hatte Sherman in ihrer Jugend?
  • Zeichnen und verkleiden
  • Sie versuchte mit Verkleidungen nicht gut auszusehen sondern wie eine 80jährige


3. Worin besteht die Besonderheit ihrer Fotografien?
  • Sie stellt sich niemals selbst dar weder Gesicht noch Körper
  • Performance als Darstellungsart 
  • Untypische Darstellungen, z.b. sollte sie in einem Photokurs an der Kunstschule eine eigen Darstellung vor der Kamera machen. Sie zeigte sich nackt, jedoch nicht in typischen Aktposen, sondern als eine Person die sich unwohl fühlt


4. Nenne die Stationen in der Arbeit  Shermans
  • Besuchte die Kunstschule in Buffalo
  • Fashion Serie 1983 die gleichzeitig ihre Wende zum Theater darstellte
  • 1985 Puppentheater


5. Was will Sherman mit einer Darstellung von sich zeigen, von sich nicht zeigen wie in; Cindy Shermans, Untitled Marilyn , 1982
  • Niemals sich selbst
  • Die geheime versteckte unbekannte Seite einer Person oder Situation
  • Untitled Marilyn: die verletzte, gequälte Seele
                                                 

6. Zeichne die Kompositionsstruktur mit ein. Was verrät diese über die abgebildete Person?
  • Gebeugte Haltung
  • Zusammengezogene Haltung 



7. Vergleiche mit dem Bild von Andy Warhol und kennzeichne mindestens fünf Unterschiede
Andy Warhol:

  • Eigendarstellung
  • Dient zur eigenen Verschönerung
  • Keine Verkleidung oder Maske etc.
  • Keine schauspielerische Qualität
  • Typische Pose
  • Ginas Ergänzung: Warhol nutzt den Siebdruck um seinen Bildern eine flächige Darstellung zu verleihen. Dies lässt seine Bilder flach und unkörperlich erscheinen. Dazu nutzt er häufig grelle, kontrastierende Farben. Beide Stilmittel lassen seine Werke sehr künstlich wirken. Cindy Shermans Ziel ist es auch einen künstlichen Eindruck wiederzugeben, jedoch wirken ihre Bilder viel tiefer und plastischer. Sie nutzt helles, gebündeltes Scheinwerferlicht und glänzende Oberflächen. Gemeinsamkeiten der beiden liegen bei der grellen Farbwahl, die bei Sherman jedoch noch realistischer wirkt als bei Warhol. 

Thema History Portaits

Fragen

  1. Was versteht Sherman unter „History Portraits“?
  2. Welche Frauentypen will Sherman warum darstellen? Erstelle eine Liste.
  3. Wenn Cindy Sherman historische Kunstgeschichte bei diesen Bildern vor Augen hatte, was hat sie dann von diesen übernommen? Unterscheide Inhalt und Form. Von links oben nach rechts unten: Rembrandt, Bildnis der Agatha Bas, 1641, London; Cindy Sherman, Untitled# 117, 1983; Francois Boucher, Madame Pompadour, 1758, Cindy Sherman, Untitled# 183, 1988
  4. Das hat Sherman formal übernommen



Antworten
1.   Was versteht Sherman unter „History Portraits“?
Cindy Sherman hat den Begriff „History Portraits“ erfunden. Sie setzt „Paintings“ mit „Portraits“ gleich und versteht unter „History Portraits“ das Verwenden von Portraits aus der Zeit der Renaissance und von Gemälden aus dem 17. Jahrhundert, die sie auf ihre eigene Art bearbeitet und verändert. Obwohl die Ähnlichkeiten zwischen dem Originalbild und Shermans „History Portraits“ deutlich zu erkennen sind, unterscheiden sich beide Portraits doch auch in vielerlei Hinsicht. Bei den Gemälden handelt es sich immer um Frauengestalten, die Ehefrauen oder Geliebte der Künstler waren oder Frauen reicher Mäzene.

2. Welche Frauentypen will Sherman warum darstellen? Erstelle eine Liste.
Sherman stellt Frauen dar, die mit Kunst zu tun haben, Frauen unterschiedlichen Standes und unterschiedlichen Alters: Künstlerehefrauen, Künstlergeliebte, Kunstförderinnen und Kunstsammlergattinnen. Außerdem gibt es zwei Madonnen, die Sherman als „Kunstmütter“ gemalt hat. Wichtig ist ihr dabei, dass sie verschiedene Frauentypen unter dem Blickpunkt Kunst darstellt, sie macht also Kunst zum Thema Kunst und wählt dafür Frauen aus.

3. Wenn Cindy Sherman historische Kunstgeschichte bei diesen Bildern vor Augen hatte, was hat sie dann von diesen übernommen? Unterscheide Inhalt und Form. Von links oben nach rechts unten: Rembrandt, Bildnis der Agatha Bas, 1641, London; Cindy Sherman, Untitled # 117, 1983; Francois Boucher, Madame Pompadour, 1758, Cindy Sherman, Untitled # 183, 1988

Das hat Sherman formal übernommen:
  • Agatha Bas (Rembrandt): Hell-Dunkel-Kontrast, Porträtierte sieht Betrachter an, Kopfform und Schattenwurf ähnlich 

  • Madame Pompadour (Boucher): Gesichtszüge fast identisch, Haaransatz und –frisur ähnlich, tief ausgeschnittenes Kleid mit tiefem Dekolleté ebenso ähnlich 

Das hat Sherman inhaltlich übernommen:
  • Körper als Hülle, absolute Künstlichkeit, Frauen als zentrales Objekt 
Resümee: Schreibe drei Dinge auf, die du gelernt hast, zwei Dinge, zu denen du noch etwas wissen möchtest, eine Sache, die du noch nicht verstanden hast.

1. Cindy Sherman stellt in ihren „History Portraits“ nur Frauen dar.
2. Diese Frauen haben alle mit „Kunst“ zu tun.
3. Obwohl Shermans persönliche Darstellung der Frauen auf mich ganz anders wirkt als beim Original, gibt es viele Ähnlichkeiten, sowohl formal wie auch inhaltlich.

1. Wie ist Sherman darauf gekommen, dass sie Gemälde aus früheren Jahrhunderten verfremdet?
2. Als was sieht Cindy Sherman eine Frau? Dient sie nur der Kunst oder welche Funktion hat sie?


Nicht verstanden habe ich, warum Sherman ihre Frauen wie Masken aussehen lässt. Will sie Kunst mit Künstlichkeit gleichsetzen?


Thema  Kunstgeschichte in Bildern

Fragen

  1. Untersuche die Bilder und nutze den Text. Welche Veränderungen nimmt Sherman inhaltlich und gestalterisch vor? 
  2. Kennzeichen die Übernahmen und Veränderungen in Posen, Gesten, Gesichtsausdruck, Kleidung und Gestaltungsmitteln wie Licht und Schatten, Figur-Grund und zeichne diese ein. 
  3. Was bedeutet die Formulierung „... dass Kunst nie gelogen hat“? (4. Absatz)


Antworten

1.     Untersuche die Bilder und nutze den Text. Welche Veränderungen nimmt Sherman inhaltlich und gestalterisch vor?

Bild 1:
Im Gemälde von Peter Paul Rubens verändert Sherman das Dekolleté von Isabella Brant. Wie in Madame Pompadours Portrait verwendet sie hierfür einen Gummibusen. Außerdem wird das Gesicht von Isabella stark verändert. Durch die Umwandlung vom malerischem ins photographische wirkt ihr Gesicht angespannt und verkrampft. Sie hat hiermit in Shermans Bild ihre Schönheit verloren. Dennoch hat Sherman lediglich die malerische Oberfläche in eine photographische transformiert.

Bild 2:
Im Gemälde von Frans Hals verändert Sherman die komplette Darstellung der gezeigten Frau. Inhaltlich sowie gestalterisch. Sherman bemitleidete die dargestellte Frau, da sie ihre Weiblichkeit ihr Leben lang versteckt und unterdrückt halten musste. Sherman zeigt sie nun am Oberkörper entblößt.

Bild 3:
Im letzten Gemälde verändert Sherman grundlegend alles. Die entblößte rechte Brust im Original übernimmt sie, jedoch lässt sie einen Milchstrahl heraustreten. Doch dieser führt ins Leere. Es ist kein Baby zu sehen. Auch den Hintergrund ändert sie in eine filmische oder theatralische Atmosphäre um. Eine Landschaft mit gläsernem, blauem Himmel.


2.     Kennzeichen die Übernahmen und Veränderungen in Posen, Gesten, Gesichtsausdruck, Kleidung und Gestaltungsmitteln wie Licht und Schatten.

Bild 1:
Sherman übernahm hier die Aufstellung der Frau. Man sieht ihren Oberkörper und ihr freizügiges Dekolleté, welches auch in Shermans Bild der Blickfang bleibt. Die Gesichtsform- und Eigenschaften hat sie übernommen, jedoch die Mimik verstärkt dargestellt. In ihrem Bild fasst sich die Frau an ihre Brust.

Bild 2:
Sherman übernahm hier die Gesichtszüge sowie die Kopfbedeckung der gezeigten Frau. Auffällig ist natürlich, dass sie sonst alles veränderte. Die Brust in ihrem Bild ist entblößt. Außerdem ist der ganze Körper der Frau zu sehen.

Bild 3:
Sherman übernahm hier offensichtlich die Pose der Frau. Sie schauen beide zur linken Seite aus dem Bild heraus. Die Frisuren ähneln sich. Eine starke Veränderung zum Original ist am Hintergrund und am Brustbereich zu sehen. Im Original ist das ganze Bild dunkler gehalten. Durch den „neuen“ Hintergrund
rückt viel mehr Geschehen ins Bild.


3.     Was bedeutet die Formulierung „…dass Kunst nie gelogen hat“? (4.Absatz)

Die Formulierung „…dass Kunst nie gelogen hat“ bedeutet, dass immer der jeweilige zeitgenössische Standpunkt der Wirklichkeit in den Gemälden gezeigt wurde. Dies bestätigen die History Portraits. Natürlich hatte die Kunst zum Beispiel im 18. Jahrhundert ihre Regeln, dennoch wurde die Wirklichkeit dargestellt. Zum Beispiel wie die Frauen bzw. die Rollen der Frauen zu damaligen Zeiten gesehen wurden. 


Thema: Kunstgeschichte und Fotografie



Fragestellungen


  1. Welche Rolle weist Bazin der Fotografie zu?
  2. Was sind Verfremdungseffekte?
  3. Was bedeutet „vom Bilder-Finden zum Bild-Erfinden“?
  4. Was übernimmt Sherman in gestalterischer Hinsicht von den alten Meistern?
  5. Welche Funktion hat die Haut bei Sherman?



Antworten zu den Fragen des Textes:
1)    Photographie war d

as wichtigste Ereignis und veränderte die Malerei komplett. Sie löste den Zwang zum Realismus in der Malerei und so konnte die Malerei ihre eigene Ästhetik wiederfinden. (Z. 1-3)




2) Verfremdungseffekte des Surrealismus: Photo-Collagen, Doppelbelichtung, Negativdrucke etc., liegen jenseits der traditionellen Photographie und dessen Objektivität des technischen Mediums. (Abschnitt 2 Z. 1-2)

3)    „Vom Bilder-finden zum Bilder-erfinden“à von der klassischen Photographie, in der die Motive und Bilder gefunden wurden und naturgetreu  abgebildet wurden, entwickelten sich die Künstler in eine Richtung, wo sie die Motive und Bilder nicht finden, sondern selber konstruieren und erfinden. Es wird eine künstliche Wirklichkeit  durch erfundene Wirklichkeit und künstliche Manipulation in den Bildern dargestellt.  (vgl. Abschnitt 5)

4)    Cindy Sherman übernimmt von den alten Meistern, dessen Bilder sie nachstellt, die großen Formate, die Komposition und lässt das Licht das Foto wie ein Gemälde erscheinen. (vgl. Abschnitt 6 Z. 2-5)

5)    Die Haut hat die Funktion einer leeren Leinwand, wie bei einem Maler, um sich mit Hilfe von Schminke, Prothesen und Masken zu verwandeln (objektivierte Haut).
(vgl. Abschnitt 7)

Thema Erinnerungen und Kunst


Fragestellungen

  1. Vergleiche Manet und Tizian und nenne die wesentlichen inhaltlichen und formalen Unterschiede.
  2. Welche Bedeutung kommt dem persönlichen Stil der Maler bei der „Reproduktion“ alter Kunst zu?
  3. Welche besondere Position nimmt hier Cindy Sherman ein?






Antworten

Aufgabe 1: Vergleiche Manet und Tizian und nenne die wesentlichen inhaltlichen und formalen Unterschiede.
-       primäres Anliegen von Manet: Erforschung der Malerei
o   verwandelt Tizians Venus von Urbino in die Prostituierte Olympia
o   will den Stand der modernen Malerei demonstrieren
o   benutzt Flächigkeit in seinem Bild à Olympia ist nicht schön modelliert
o   inhaltliches Resultat ist nicht Venus, sondern eine Prostituierte
-       das neue Sujet der Maler ist das moderne Leben
-       Tizian hingegen, malt die Venus in altmeisterlicher Manier, d.h. er stellt sie ohne Makel dar und lässt sich durch Modellierungen schön aussehen

Aufgabe 2: Welche Bedeutung kommt dem persönlichen Stil der Maler bei der „Reproduktion“ alter Kunst zu?
-       die Bedeutung des Bildes ist eine logische Folge des malerischen Prozesses
-       die Reproduktionen bilden Kontraste zu den Gemälden der alten Kunst
o   Bsp. Aus Venus wird eine Prostituierte
-       die Bilder offenbaren die künstlerischen Methoden, die Formensprache des Malers und seine selbstbewusste Strategie, die Wirkung und den Inhalt des Bildes umzukehren


Aufgabe 3: Welche besondere Position nimmt hier Cindy Sherman ein?
-       sie will die Rolle der alten, berühmten Maler einnehmen
-       sie macht die geschichtlich bedingten Umwandlungsprozesse der Malerei konkret an den alten Gemälden sichtbar
-       arbeitet mit Metamorphosen
-       entfernt sich von der traditionellen Photographie
-       „Neuschöpfung“ der Gemälde, entsprechend der Art und Weise der Maler der Moderne

Thema Künstlichkeit


Fragestellungen

  1. Was ist irreal an den oberen zwei Bildern, was real? Nenne mindestens vier Unterschiede
  2. Ist die „Bilderflut“ Wirklichkeit? Beschreibe, welche Auswirkungen sie hat.
  3. Was bedeutet „hyperreal“? Erkläre den Begriff am Beispiel unten. Cindy Sherman. Untitled #216. 1990
  4. Was bedeutet die Bemerkung „ihre Bilder erzählen keine Geschichte“?

Antworten

Aufgabe 1: Was ist irreal an den oberen zwei Bildern, was real?

Als "real" wird zum einen etwas bezeichnet, das keine Illusion ist, und nicht von den Wünschen oder Überzeugungen eines Einzelnen abhängig ist.

Bild 1:
Real:
·      Anordnung der Bäume als Allee
·      Szenerie
·      Natürliche Beleuchtung à Schatten
·      Abgrenzung der Ranch mit einem Tor
·      Bäume wachsen alle unterschiedlich (Baumkrone)
Irreal:
·      Symmetrie die nicht dahin gehört
·      Alles im Bild auf einen Fluchtpunkt bezogen
·      Betrachter nur an diesem einen Punkt möglich
·      Fluchtpunkt ist auf Höhe des Standpunktes
Bild 2:
Real:
·      Landschaft
·      Felsen auf der rechten Bildseite
·      Kleidung der Personen
Irreal:
·      Anordnung der Personen
·      Körperhaltung der Personen
·      Person/Gegenstand auf dem Boden
·      Bildausschnitt
è Simulation




Aufgabe 2: Ist die „Bilderflut“ Wirklichkeit? Beschreibe, welche Auswirkungen sie hat
Die Bilderflut spiegelt den symbolischen Charakter einer gegebenen Wirklichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte wieder.  Es ist schwierig in der heutigen Zeit zwischen Bild und Wirklichkeit, sowie zwischen Simulation und Realität zu unterscheiden.  Wir können nicht alles glauben, was wir sehen.
Auswirkungen: Überflutung von Infos & kritischen Standpunkten zu einem Thema oder einer Epoche.

Aufgabe 3: Was bedeutet „hyperreal“ ? Erkläre diesen Begriff am Beispiel unten
Hyperreal: Es ist nicht alles eine exakte lebensgetreue Nachbildung, sondern eine fotorealistische Übersteigerung der Wirklichkeit ( à Überschärfte Realität) Eine Mischung aus real und irreal. Das heißt, die reale Wirklichkeit wird irreal verstärkt.
Dies kann man an dem dritten Bild gut erkennen. Die Brust der Frau ist hyperreal dargestellt. Cindy Sherman ist auf all ihren Bildern real vertreten, aber wird irreal dargestellt, sodass sie nicht erkannt wird. à hyperreal (Die Künstlerin mit den tausend Gesichtern)

Aufgabe 4: Was bedeutet die Bemerkung „ihre Bilder erzählen keine Geschichte“?
·      Jedes Bild für sich ist eine Geschichte und repräsentiert den epochalen Zeitpunkt
·      Aussagekraft jedes einzelnen Bildes muss für sich genommen werden
·      Grobe Einteilung der Bilder kann gemacht werden, aber es gibt keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Bildern
·      Motive und Aussagekraft der Bilder ähneln sich, haben aber nichts miteinander zu tun
·      Keine Bildfolgen 

Thema Multiple Identitäten



Fragen


  1. Was bedeutet in diesem Zusammenhang „Identitätsmodelle“?
  2. Was bedeutet in diesem Zusammenhang „Identitätswandel“?
  3. Warum heißt es: Der Titel von Raffaels Fornarina könnte heißen „Traditionelle Identität“, Shermans Untitled # 203 „Multiple Identität“?
  4. Was bedeutet „Entindividualisierung“ - erläutere dies am Beispiel Warhols.
  5. Was bedeutet: „Shermans Verkörperung multipler Identität ist reine Oberfläche, dahinter ist keine bestimmte Person.“?

Antworten
Multiple Identität
Aufgabe 1: Identitätsmodelle
Heute gibt es Multiple Lebensformen, wodurch multiple Identitätsmodelle entstanden sind. Jedes Individuum entscheidet sich für eines der Modelle. Ebenso ist es möglich ständig zwischen den Modellen zu wechseln.
Ein Identitätsmodell besteht aus verscheiden Modellen von Identitäten. Jeder Mensch kann sich ein Modell „aussuchen“. Zum Beispiel ein Single findet einen Partner, daraus folgt, dass er sein Identitätsmodell gewechselt hat. Somit kann man in einem Leben mehrere Identitätsmodelle besitzen, jedoch nicht gleichzeitig.

Aufgabe 2: Identitätswandel
Die Menschen heute haben andere Identitäten als damals, denn damals gab es die traditionelle Persönlichkeit und heute viele verschiedene. Ob sie Single, geschieden oder lesbisch ist, ihr wird keine Rolle aufgedrückt. Sie ist frei in ihren Entscheidungen und wandlungsfähiger.

Aufgabe 3: Traditionelle Identität vs. Multiple Identitäten
Bei Fornarina kann es traditionelle Identität heißen, weil er eine traditionelle Frau zeigt. Zu seiner Zeit war es normal, dass Frauen Kinder bekommen und zu Hause bleiben. Er zeigt nur diese Identität.
Bei Sherman kann es multiple Identität heißen, da sie viele Personen zeigt. Sie zeigt die Schwanger und die  Freizügige und somit  mehrere Identitäten.


Aufgabe 4: Entindividualisierung
Es ist eine Art Darstellung um die Persönlichkeit nicht wiedergeben zu müssen. Es besteht keine Identität der Person, sie ist rein Oberflächlich. Dadurch werden ihre Rollen oder die Motive entpersonalisiert. Der Identifikationswert entfällt. Die Porträts wirken anonym. 
Warhols größtes Beispiel dazu ist die Vervielfältigung, Vereinheitlichung und Reduktion, insbesondere Marilyn Monroe bezogen. Denn ihre Identität wird lediglich auf eine Kultfigur reduziert.


Aufgabe 5: Sherman
Shermans eigene Person tritt bei einer Darstellung vollkommen zurück und ist nicht mehr sichtbar. Ihre Verfremdungen sind intensiver, hässlicher und abschreckender. Sie wird mit ihrer Rollen eins, so ähnlich wie die Schauspieler in der Antike, die eine Maske trugen. Sherman will jegliches Einwirken von der Wirklichkeit ausschließen. 


Thema Geschlechtermaskeraden


Fragestellungen
  1. Was versteht Rivière unter „Weiblichkeit als Maskerade“?
  2. Warum ist Sherman offensichtlich nicht daran interessiert, sich selbst darzustellen wie in klassischen
  3. Selbstporträts?
  4. Vergleiche einige der vorherigen Bilder mit diesen Fotos. Wie inszeniert Sherman Männer?
  5. Warum sollen bei Sherman die falschen Körperteile in ihrer Falschheit sichtbar bleiben?

1. Es gibt keinen Unterschied zwischen der Weiblichkeit und Maskeraden
-die Frauen setzen so zu sagen eine weibliche Art (Maske) auf, um nicht vermaennlicht zu wirken
-sie wollen nach Aussen hin ihre Weiblichkeit unterstreichen (deutlich zeigen)

2. Sie stellt sich nicht selbst dar, weil sie keine „echten Identitäten“ darstellen will
-sie selbst waere dann eine „echte Identitaet“ (genau dass will sie nicht zeigen)
-deshalb veraendert sie nur die history portraits
-sie will eine Illosion erzeugen und auf den 2. Blick auf die Falschheit aufmerksam machen

3. Hebt maennlichen Reize in extremer Form hervor (starke Brustbehaarung)
-Karrikatur der Maennlichkeit
-macht durch Verkleidung, Kuenstlichkeit auf die Falschheit aufmerksam

4. Sie will zeigen, dass es keine „echten Identitaeten“ sind, sondern kuenstliche Portraits

Thema Oberfläche als Maskerade


Fragestellung
  1. Erstelle ein Bubble-Diagramm zum Thema und ordne die unterschiedlichen Aspekte zu. Schreibe in den oberen Bereich die Elemente, die zum Bereiche „übertragene Bedeutung“ zählen, in den unteren Bereich diejenigen, die die „Sache wörtlich bezeichnen“ und stelle mit beschrifteten Pfeilen Verbindungen her.

  2. Überlege, was im täglichen Leben der Zustand der Haut als Signal für etwas betrachtet wird. Nutzt Sherman dieses Phänomen aus?

  3. Was bedeuten Deformierungen in diesem Zusammenhang?


Antworten

Oberfläche als Metapher der Malerei

1. Früher wurden die Frauen auf den Gemälden verschönert dargestellt. Sie entsprachen dem damaligen Schönheitsideal. Dabei blieben die Seele und die Empfindungen der Frau versteckt.
Heute legt Cindy Sherman mittels der Fotographie ein Abbild der Wirklichkeit dar. Das Foto ist zwar auch nur eine Momentaufnahme, zeichnet sich aber dennoch durch seine Genauigkeit aus und bildet das Gegenstück zur traditionellen Malerei.
Beide Formen der Kunst sind also Simulationen, die nur eine Oberfläche zeigen, um etwas zu repräsentieren oder reflektieren. Ähnlich benutzt Cindy Sherman die Haut als Oberfläche, um die inneren Werte, sowie auch die Seele zu zeigen. Sie gibt den alten Bildern einen neuen Sinn. Sherman blendet die Verschönerung aus und zeigt die nicht verschönte Wirklichkeit der damaligen Frauen, sowie ihre Seele und Gefühle. Das Foto ist also nur die Oberfläche und der Betrachter gibt ihm seinen eigenen Sinn. So übermitteln diese Fotos Verwundbarkeit und die seelische Verwandlung der Frau und die Harmonie und Ruhe der alten Gemälde sind gebrochen.

2. Unsere Haut weist viele verschiedene Eigenschaften auf und ist der Spiegel der Seele. Die Haut kann zum Ausdruck der Pflege werden, die unterschiedlichen Herkünfte zeigen und sie repräsentiert unseren Körper, in dem wir leben. Haut kann sich auch verändern, z.B. durch Pflege oder Alter.
Cindy Sherman verändert die Haut mit Schminke. Die bloße Haut ist wie eine leere Leinwand, die erst bemalt werden muss. Schminke und Haut sind die Oberfläche und tragen zur Reflektion der Kunst bei. Sie nutzt sie als Kommunikationsmittel und kritisiert Schönheitsideale.

3. Deformierung bedeutet so viel wie „aus der Form bringen“. Cindy Sherman zeigt in Ihren History Portraits, wie sie mit Hilfe von Prothesen und Schminke den Gesichtsausdruck, die Haut, die Pose/Haltung und die Form des Körper verändern kann. Außerdem verändert sie auch die Kleidung und die Accessoires. So wird die Kleidung zur Verkleidung. Sherman verändert die alten Gemälde jedoch nicht vollkommen, sondern übertreibt sie. Schöne Vorbilder werden auf diese Weise entblößt. Die Unwirklichkeit und Unechtheit der alten Gemälde wird unterstrichen. Sie bringt sozusagen die alten Gemälde aus der alten Fassung und deformiert sie entsprechend der neuen und modernen Sicht des Betrachters. Cindy Sherman zeigt, was wirklich hinter der äußeren Fassade der alten Gemälde steckt.


Thema Die gefiederte Maske

Fragestellungen

  1. Was bedeutet es, wenn man eine Maske trägt und welche Funktion hat dies in diesem Bild?

  2. Weshalb wählte Sherman dieses Arrangement?

  3. Was bedeutet es, dass Sherman sich offenbar an eine Reihe unterschiedlicher Vorbilder anlehnt?

Antworten

Cindy Shermans Selbstbildnis „Untitled 198“ zeigt sie in sonderbarer Haltung. Ihre Arme und Hände, welche übrigens das einzig Echte von ihr im Bild sind, deuten auf ihre entblößte Brust und halten die gefiederte Maske. Die Brüste treten rot glühend stark hervor, sodass man daraus schnell schließen kann, dass diese Prothesen sind. Im Kontrast dazu steht die gefiederte Maske, welche das gesamte Gesicht Cindy Shermans einnimmt. In dieser Haltung präsentiert sie sich vor einem grünen samtenen Vorhang, sodass so schon eine starke Ähnlichkeit zu Dürers Selbstbildnis zu erkennen ist.
Insgesamt kann man verschiedene Parallelen zu anderen Gemälden ziehen. In Beckmanns „Gefährliche Liebschaften“ erkennt man genauso wie bei Cindy Sherman eine Frau, welche mit einer ähnlichen Armhaltung dargestellt wird. Die eine Hand geht bei Beckmanns Darstellung an den Hals, während die andere einen Hut vor dem Körper hält. Dies entspricht ungefähr Shermans Haltung. Neben dieser Gemeinsamkeit findet man noch eine weitere, die Maske. Beide Bilder benutzten Masken, wahrscheinlich zur Verstärkung ihrer Intentionenen. Damit sind sie, neben Pablo Picasso und vielen anderen Künstlern der modernen Kunst, nicht die Einzigen.
Eine Parallele kann man ebenfalls zu dem symmetrischen Bild von Watteau Gilles, verkleidet als Pierrot, ziehen. In diesem Kunstwerk ist alles parallel, symmetrisch, gespiegelt und zeigt Gilles in der Frontalansicht. Durch diese Ansicht wird der Mensch auf dem Bild idealisiert. Auch Cindy Shermans Werk ist sehr symmetrisch aufgebaut und zeigt sie in Frontalansicht. Genau die Mitte des Bildes wird durch eine gedachte Linie getrennt, welche von der Nase über den Stein an der Kette und den Schatten des kleinen Fingers zur unteren Hand verläuft. Außerdem sind verschiedene Dreiecke im Bild zu finden. Die beiden Brustwarzen und der Stein der Kette stellen das Erste da. Die Verlängerungen der beiden Schenkel dieses Dreiecks münden im Saum von Shermans Kleid und zeigen so ein weiteres Dreieck. Das Dritte und letzte verläuft von der Nase zu den beiden Ellbogen und zwischen diesen. Die Krönung der Symmetrie in Cindy Shermans Bild ist die kreisrunde Maske an der Spitze des höchsten Dreiecks.
So zeigen sich Parallelen zu verschiedene Bildern auf. Die Absichten dahinter sind unterschiedlicher Natur und man kann nichts pauschalisieren. Viele Bilder zeigen Merkmale, die man auch in Shermans Bild wiederfindet, also sind bestimmte Gemälde sicher Vorbilder für ihre Arbeit gewesen. Das zeigt vor allem das Selbstbildnis von Dürer.
Beide Dargestellten weisen die gleiche Körperhaltung auf und wurden in der Frontalansicht gezeigt. Außerdem sind beide Bilder sehr symmetrisch und zeigen ähnliche Absichten der Künstler auf. Die Ähnlichkeit zu einem Spiegelbild und die geordnete Anordnung zeigen einen hohen schöpferischen Geist und Idealisierung im Bild. Dies wird durch die erhabene Geste verstärkt, welche besonders zu Dürers Zeit eine verbotene Stellung hatte. Die Hand, welche auf die eigene Brust deutet, wurde bei Christusdarstellungen gewählt. Außerdem wird dadurch ein bestimmter Punkt stark hervorgehoben. Bei Dürer ist dies sein teurer Pelz, wohin gegen Cindy Sherman auf ihre entblößte Brust zeigt. Beide deuten damit auf eine Kritik an der Gesellschaft oder am sozialen Leben und sind so erzieherisch. Sie zeigen, dass die Gewohnheiten dieser Zeit vielleicht verwerflich sind und die Rechte erneuert werden sollten. Sherman meint damit vermutlich der offene Umgang von Frauen mit ihren Reizen, ohne dass diese darüber nachdenken.
Diese erzieherische Tat des Bildes von Cindy Sherman wird auch durch die Maske verstärkt. Masken wurden und werden zu rituellen Zwecken getragen. Man wollte Götter oder Geister abschrecken oder aber anrufen. Außerdem zeigen Masken Erhabenheit. Sie sind aber außerdem belehrend und sind Sozial-, Gesellschafts- und Rechtskritisch. Sie verdecken das Gesicht und verheimlichen so etwas oder wollen auf diese Weise auf etwas anderes bestimmtes Aufmerksam machen. Man kann sich mit ihnen verkleiden und eine andere Persönlichkeit annehmen. Sie kann aber auch dazu dienen Anonymität zu verdeutlichen. Vermutlich möchte Sherman zeigen, dass es sich bei der Dargestellten um die gesamte Gesellschaft bezieht. Somit verstärkt die Maske ihre Kritik.
Abschließend kann man sagen, dass Cindy Sherman dieses Arrangement wählte, damit sie ihre Aussage bestmöglich verdeutlichen konnte. Durch die Ähnlichkeiten zu berühmten Gemälden, ist es wahrscheinlich, dass die Intentionen der Künstler zum Teil übernommen und so Shermans Eigene verstärkt wurden. Die Ähnlichkeiten zu den Bildern befassen sich mit dem Aufbau des Gemäldes, der Symmetrie und der Körperhaltung. Shermans erzieherischer Auftrag wird durch künstlerische Mittel verstärkt und die freie Brust gut in den Mittelpunkt gestellt, was die Kritik an der Gesellschaft verdeutlicht. Die Ordnung des sozialen Lebens wird hinterfragt und der alltägliche freiwillige Sexismus angezweifelt.


Links zu Cindy Sherman


Externe Links

Ausstellung in der Moma mit interaktiven Bildern Interviews usw.
Spiegel-Interview
Film-Interview
Linksammlung
Thema Inszenierung
Abitur NRW zum Thema
Diplomarbeit Seite 47 ff
Film Cindy: Doll is mine



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